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Luis und Niklas von Ocafi stellen sich vor


Von Luis und Niklas von Ocafi beziehen wir Rohkaffees für unsere Rösterei, die Teil unserer Kaffees Günter, Bom Dia und Brazil Santa Alina sind. Wie die beiden zu Kaffee gefunden haben, was sie antreibt und was sie mit Ocafi vorhaben, erfährst du hier.
Luis und Niklas von Ocafi stellen sich vor

Von Ocafi beziehen wir Rohkaffees für unsere Rösterei, die Teil unserer Kaffees Günter, Bom Dia und Brazil Santa Alina sind. Luis ist Brasilianer und hat von kleinauf mit Kaffee zu tun. Niklas kommt, wie wir, aus Freiburg, wo wir ihn vor einigen Jahren kennenlernen durften. Wie die beiden zu Kaffee gefunden haben, was sie antreibt und was sie mit Ocafi vorhaben, erfährst du hier.

Luis ist schon früh mit Kaffee in Kontakt gekommen. Seine Familie betreibt fünf Farmen in Brasilien, von denen er heute eine leitet. Niklas hat sich über die Jahre in seinem Studium zum großen Kaffeefreund entwickelt, wie er sagt. Die beiden lernen sich an der Uni in Frankfurt kennen, wo Luis ein Auslandsjahr absolviert, um Deutsch zu lernen. Sie freunden sich an und sind vom Aufblühen der Specialty-Coffee-Szene in Europa fasziniert.

Die Gründung des eigenen Unternehmens

Niklas besucht Luis 2017 in Brasilien und es entsteht die Idee, die Kaffees von Luis’ Familie direkt zu exportieren und so die Lieferkette zu verschlanken. Gesagt, getan: Noch im gleichen Jahr gründen die beiden die Ocafi GmbH in Deutschland als Importunternehmen. 2019 kommt die Ocafi Ltda in Brasilien als Exportunternehmen hinzu. So schaffen sie die Möglichkeit, bessere Verkaufspreise für die Farmer:innen zu erzielen und gleichzeitig preislich mit den größeren Importeuren konkurrieren zu können.

Am Anfang kämpfen die beiden noch mit allerlei Hürden. Es gilt den Markt zu verstehen, die Preisgestaltung zu durchleuchten, um richtig zu kalkulieren, und Qualitätsunterschiede zu managen. Das Schwierigste als neues Unternehmen in einem alteingesessenen Markt aber ist es, das Vertrauen potenzieller Kunden zu gewinnen, so Niklas.

Diese Hürden haben die beiden gemeistert. Heute haben sie eher mit dem wachsenden Volumen zu kämpfen, mit dem auch die Risiken wachsen – vor allem bei teilweise stark schwankenden Kaffeepreisen. Hier gilt es viel Überzeugungsarbeit zu leisten und Wissen zu vermitteln, um die sozialen und ökologischen Anbaubedingungen transparent zu machen.

Fairness und Nachhaltigkeit bei Ocafi

Luis kümmert sich in Brasilien hauptsächlich um die Farm und die Beziehungen zu den Partnerfarmen sowie die Logistik nach Deutschland. Niklas fällt die Aufgabe der Wissensvermittlung und Überzeugungsarbeit in Deutschland zu. Er muss glaubhaft vermitteln, wieso es sich lohnt, etwas mehr für guten, fairen und nachhaltigen Kaffee auszugeben.

Um ihren Ansprüchen in Sachen Fairness und Nachhaltigkeit gerecht zu werden, setzen die beiden auf eine Reihe von Maßnahmen. Zum einen kaufen sie ihren Rohkaffee deutlich über Marktpreis ein, aktuell mindestens ≥30 %, so Niklas. Damit das Geld auch bei den Farmer:innen ankommt, gehen sie ihre Partnerfarmen regelmäßig besuchen und sprechen mit den Menschen. Dabei machen sie sich auch ein Bild von den ökologischen Bedingungen des Kaffeeanbaus.

Für 2022 haben sie sich vorgenommen, CO2-neutral zu werden. Dafür wollen sie dieses Jahr 3000 Bäume pflanzen. Außerdem möchten sie ein Stipendienprogramm auf die Beine stellen, das junge Sportler aus dem nahen São José do Rio Pardo unterstützen soll.

Wo die Reise für Ocafi hingeht

2019 haben Luis und Niklas ein eigenes Kaffeelabor auf der Fazenda Pinheiro eröffnet. Sie verstehen es als kreativen Raum für die Entwicklung und Qualitätskontrolle ihres Kaffees. Dafür entnehmen sie immer wieder Proben – auch in der Wachstumsphase, vor der Ernte. Damit decken sie Optimierungspotenziale auf und verbessern den Charakter eines jeden Kaffees durch informierte Entscheidungen über die weiteren Schritte in Anbau und Verarbeitung.

Labor und Team von Ocafi.

Das Team von Ocafi im Kaffeelabor des Unternehmens.

Den beiden geht es dabei auch darum, einen sozialen Raum zu schaffen, der Zukunftsträchtigkeit versprüht und dadurch motiviert, Kaffees gemeinsam und kontinuierlich zu verbessern. Das Labor soll in Zukunft Dreh- und Angelpunkt ihres Kaffeegeschäfts werden. Sie wollen eine Plattform bieten, über die sich Farmer:innen und Röstereien direkt vernetzen können, um so engere Handelsbeziehungen aufzubauen.

Für die Zukunft sehen sich Luis und Niklas in einer Vermittlerrolle, in der sie sich um Qualitätskontrolle, Logistik und Finanzierung kümmern. Die Kontakte zwischen Farmen und Röstereien wollen sie dann nur noch anbahnen, nicht aber dazwischenstehen. Durch den direkten Kontakt sollen mehr Transparenz und langjährige persönliche Beziehungen entstehen.

Unser Kaffee von den Fazendas Aliança und Santa Alina

Die Fazendas Aliança und Santa Alina sind zwei Partnerfarmen von Ocafi. Sowohl Renato als auch Tuca kennen Luis und Niklas schon länger. Sie sind von deren Managementstil überzeugt und schätzen die sozialen Projekte, die vor allem auf Tucas Farm Santa Alina stattfinden. Hier wohnen bis zu 30 Familien, die sich als gleichberechtigte Gemeinschaft verstehen. Schulunterricht, gemeinsames Musizieren und Kunst gehören fest zum Leben auf der Fazenda. Auf Renatos Fazenda Aliança sind es um die 6 Familien, die hier das ganze Jahr über leben.

Luis und Niklas helfen beiden Farmprojekten während der Erntezeit mit Beratungsleistungen und Tipps, um die Kaffeequalität stetig zu verbessern. Die Ernte startet üblicherweise Mitte April und dauert, je nach Höhenlage der Farmen, bis Mitte/Ende August, auf Santa Alina sogar bis in den September. Die jüngeren Bäume und die Hanglagen werden per Hand geerntet, die anderen Lots maschinell.

Ocafi nimmt während des kompletten Erntezeitraums Muster und bewertet die Kaffees, um direkt Rückmeldung geben zu können, was klappt und was nicht. Nach der Ernte werden die Kaffeebohnen auf farmeigenen Patios (Terrassen) angetrocknet. Anschließend kommen sie in Trocknermaschinen, in denen sie bleiben, bis sie nur noch 11,5 % Restfeuchte aufweisen. Danach kommt der Kaffee für einige Wochen zur Lagerung in Silos und anschließend in ein Lagerhaus, von dem aus sie dann in Richtung ihrer Bestimmungsländer verschifft werden.

Die einzelnen Stationen des Kaffees

Auf der Farm passiert Anbau, Ernte und Processing, also die Weiterverarbeitung. Im Labor prüfen Luis und Niklas die Qualität, um Kaufentscheidungen zu treffen. Anschließend kommen die Bohnen in ein Lagerhaus in Brasilien, wo sie sortiert und verpackt werden. Dann geht es auf die weite See. Die Schifffahrt von Santos nach Hamburg dauert zwischen 25 und 28 Tagen. In Deutschland angekommen, kommt der Kaffee wieder ins Lager, bis er zum Bestimmungsort transportiert wird, in unserem Fall nach Freiburg.

Das Bild zum Beitrag ist im Juni 2022 bei Mats' Kaffeereise nach Brasilien entstanden.