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Kaffeewissen

Wie und wo wächst Kaffee?

Autor: Nico von Günter Coffee Roasters

Vor 2 Wochen


Kaffeewissen

Wie und wo wächst Kaffee?

Autor: Nico von Günter Coffee Roasters

Vor 2 Wochen


In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Kaffeekonsum pro Jahr bei überaus sportlichen 168 Tassen Kaffee. Die Finnen sind mit mehr als doppelt so vielen Tassen weltweiter Spitzenreiter. Grund genug sich zu fragen, woher Kaffee eigentlich kommt, wie er wächst und welche Bedingungen dafür erfüllt sein müssen.

Weltkarte mit eingezeichnetem Kaffeegürtel, der weite Teile Mittelamerikas, Afrikas und Asiens umschließt. Hier herrscht das ideale Klima für den Kaffeeanbau. Von links nach rechts sind folgende Länder markiert, aus denen wir Kaffee beziehen: Mexiko, Guatemala, Nicaragua, Peru, Kolumbien, Brasilien, Burundi, Ruanda, Äthiopien, Indien und Indonesien.

Weltkarte mit eingezeichnetem Kaffeegürtel, der weite Teile Mittelamerikas, Afrikas und Asiens umschließt. Unseren Kaffee beziehen wir aktuell aus den eingezeichneten Ländern.

Wie ein Gürtel zieht sich der Bereich mit den idealen Anbaubedingungen für Kaffee um die Erdkugel. Das „Kaffeegürtel“ genannte Areal erstreckt sich vom 23. nördlichen Breitengrad bis zum 25. südlichen Breitengrad entlang des Äquators. Hier herrschen die idealen klimatischen Bedingungen für die Kaffeepflanze, von der es über 120 bekannte Arten gibt. Mit einem Gesamtanteil von ~99 % stellt der Anbau von Arabica und Robusta die überragende Mehrheit dar. Der koffeinärmere Coffea liberica (Liberica-Kaffee) ist gerade im Kommen, aber macht aktuell nur um die 1 % des Kaffeeanbaus aus.

Arabica- und Robusta-Kaffee sind am weitesten verbreitet

Die am weitesten verbreiteten Arten von Kaffee sind Arabica und Robusta. Dabei macht Coffea arabica ca. 60 % und Coffea canephora (Robusta) ca. 40 % des weltweiten Anbaus aus. Die Pflanzen wachsen als Sträucher oder Bäume und sind immergrün. Das heißt, dass sie ihre buchenähnlichen Blätter nicht verlieren. Ganz im Gegensatz zur Buche und den anderen Laubbäumen, denen man in europäischen Gefilden begegnet. Allerdings sind die Kaffeepflanzen in den typischen Anbauländern wie Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Indonesien, Äthiopien und vielen mehr auch keinen kalten Temperaturen oder Schnee ausgesetzt.

Ist Arabica besser als Robusta?

Nein. Viele Kaffeeliebhaber denken, dass die Bezeichnung „100 % Arabica“ ein besonderes Qualitätsmerkmal darstellt. Das stimmt so nicht.

Richtig ist, dass Arabica-Varietäten mehr natürliche Aromen mitbringen. Bei stark geröstetem Kaffee (oft als ‚italienisch‘ bezeichnet) spielt das aber kaum eine Rolle. Lange Röstzeiten sorgen dafür, dass die Röstaromen alle anderen überlagern. Robusta bietet mehr Koffein und ist wegen seiner ausgeprägteren Crema in Espresso-Blends beliebt.

Kaffeeblüten in weiß mit Blättern und Hand.

Kaffeeblüte einer Kaffeepflanze der Art Coffea arabica. Foto von Nikolai Fürst.

Die Art Arabica stammt ursprünglich aus Äthiopien. Heute wird sie überall entlang des Kaffeegürtels angebaut. Da die Pflanzen in der freien Wildbahn um die 12 Meter groß wachsen, werden Sie von Farmer:innen immer wieder auf ~2 Meter Höhe gestutzt. So lässt sich der Ertrag besser steuern und die Kontrolle und Ernte erleichtern. Von der Saat bis zur ersten schneeweißen Blüte vergehen zwischen zwei und vier Jahre. Allerdings bleibt die Caffea arabica um die 30 Jahre ertragreich und benötigt für die weiteren Erntezyklen etwa sechs bis neun Monate.

In der Blütezeit liegt ein süßlicher Duft in der Luft, der an Jasmin erinnert. Die schönen Blüten bleiben allerdings nicht lange. Wenn sie abfallen, wächst langsam die sogenannte Kaffeekirsche heran, die erst grün, dann gelb und schließlich rot schimmert. In der Steinfrucht wachsen dabei die Kaffeebohnen (Samen) mit.

Kaffeekirschen mit unterschiedlichem Reifegrad an Kaffeepflanze. Zu sehen sind grüne, gelbe und tiefrote Kaffeekirschen an einem Stängel.

Kaffeekirschen mit unterschiedlichem Reifegrad der Art Coffea arabica. Foto von Nikolai Fürst.

Auch Robusta-Kaffee stammt aus Westafrika und auch er trägt weiße Blüten. Mit neun bis elf Monaten braucht er etwas länger, bis aus der Blüte eine reife Kaffeekirsche wird. Allerdings ist die Pflanze deutlich ertragreicher und unter anderem durch den höheren Koffeingehalt auch schädlingsresistenter. Während eine kultivierte Arabica-Kaffeepflanze bis zu 5 kg Kaffeekirschen produziert, sind es bei der Robusta-Pflanze bis zu 10 kg. Die Kaffeebohnen unterscheiden sich optisch vor allem in ihrer Form. Arabica zeichnet sich durch eine länglichere, ovale Form und einen S-förmigen Schnitt in der Mitte aus, während Robusta rundlicher ist und einen geraden Schnitt aufweist.

Das ideale Klima für Kaffeepflanzen ist tropisch

Die Kaffeepflanze fühlt sich in tropischem Klima am wohlsten. Vor allem die am häufigsten kultivierte Art Arabica-Kaffee wächst auf Höhen von ca. 800 bis 3000 Metern. Um der zweithäufigsten Art, dem Robusta-Kaffee zu begegnen, muss man nicht ganz so hoch hinaus. Die Pflanzen finden sich teilweise bis in Küstenlagen.

Colombia Tabi Kaffeepflanzen im tropischen Klima der Region Tolima, Kolumbien.

Colombia Tabi Kaffeepflanzen im tropischen Klima der Region Tolima, Kolumbien. Foto von Nikolai Fürst.

Die Durchschnittstemperatur in Tolima, Kolumbien, liegt beispielsweise bei angenehmen 23° C im Jahresschnitt. Hier wachsen die Kaffeekirschen für unseren preisgekrönten Filterkaffee Colombia Tabi (Coffea arabica) auf ca. 1750 m. Kälter als 18° C wird es selten und viel wärmer als 28° C auch nicht. Das passt gut, denn das Temperaturspektrum für den besten Ertrag für Arabica bewegt sich zwischen 15° und 34° C. Beim Robusta ist das ideale Temperaturfenster etwas enger gesteckt: Er fühlt sich zwischen 24° und 30° C am wohlsten, obwohl er sonst – wie der Name schon erahnen lässt – robuster ist als Arabica.

Sobald es zu Frost kommt, nehmen die Kaffeepflanzen erheblichen Schaden, von dem sie sich unter Umständen nie wieder erholen. Unsere Kaffeepflanze in der Rösterei in Günterstal steht deshalb immer drinnen. Falls du eine Kaffeepflanze als Zimmerpflanze im Auge hast, empfehlen wir dir, es uns gleich zu tun – zumindest für die kalte Jahreszeit mit Frostgefahr.

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