Ein purer Espresso ist dir manchmal eine Spur zu intensiv, aber ein Cappuccino oder Flat White enthält dir schon zu viel Milch? Dann ist der Espresso Macchiato die perfekte Wahl. Er verbindet die unverfälschte Kraft des Kaffees mit einer feinen, samtigen Milchsüße. In dieser Anleitung erfährst du, was das Getränk auszeichnet, wie du es Schritt für Schritt zubereitest und welche Geschichte hinter dem kleinen Klassiker steckt.
Was ist ein Espresso Macchiato?
Ein Espresso Macchiato (in Italien meist einfach Caffè Macchiato) ist ein Espresso, der mit einem kleinen Schluck feinporig aufgeschäumter Milch verfeinert wird. Im Gegensatz zu milchlastigen Getränken wie dem Cappuccino oder Latte Macchiato bleibt der Espresso hier ganz klar der Hauptdarsteller.
Das Besondere am Espresso Macchiato ist das untypische Mengenverhältnis im Vergleich zu anderen Kaffee-Milch-Mischgetränken: Wir gießen die aufgeschäumte Milch im Verhältnis 1:2 zum Espresso auf. Das bedeutet: Auf zwei Teile Espresso kommt ein Teil Milch(schaum). Ob du ihn als einfachen oder doppelten Shot genießt, bleibt dabei ganz deinen Vorlieben überlassen.
Was du für die Zubereitung brauchst
Für die Zubereitung an der Siebträgermaschine benötigst du folgendes Equipment und Zutaten:
- Siebträgermaschine mit Dampflanze
- Kaffeemühle
- Frische Kaffeebohnen
- Tamper & Feinwaage
- Kleines Milchkännchen
- Kalte Milch oder eine pflanzliche Barista-Alternative (wir empfehlen Hafermilch)
- Eine vorgewärmte Espressotasse
- Sauberes Tuch für die Dampflanze
Alles bereitgestellt? Dann kann es an die Zubereitung gehen.
Schritt 1: Espresso mahlen und beziehen
Wir beziehen unsere Espressi immer doppelt. In diesem Fall landet ein Espresso vorerst im Kännchen.
Die Basis für ein hervorragendes Ergebnis ist ein sauber extrahierter Espresso. Wie du die Parameter wie Mahlgrad und Durchlaufzeit exakt bestimmst, zeigen wir dir im Detail in unserem Espresso Brew Guide.
- Mahle die Bohnen frisch in den Siebträger, verteile das Kaffeemehl gleichmäßig und tampe mit geradem Druck.
- Spanne den Siebträger ein und beziehe je nach Vorliebe entweder einen einfachen Espresso (ca. 20–25 ml) oder einen doppelten Espresso (ca. 40–50 ml).
- Lass den Espresso direkt in die vorgewärmte Espressotasse laufen, damit die Temperatur stabil bleibt und die Crema intakt bleibt.
Schritt 2: Kalte Milch cremig aufschäumen
Wir schäumen unsere Milch auf. Entweder frische Bio-Vollmilch oder Oatly Barista. Andere Milchalternativen sind natürlich auch erlaubt.
Für den Espresso Macchiato benötigst du nur eine sehr kleine Menge Milchschaum. Da sich Kleinstmengen in großen Kännchen schwer rollen lassen, eignet sich hierfür ein möglichst kleines Milchkännchen.
- Fülle das Kännchen mit kalter Milch (maximal bis zum unteren Ansatz der Tülle) und blase die Dampflanze kurz aus, um Kondenswasser zu entfernen.
- Tauche die Lanzenkopfdüse knapp unter die Oberfläche und starte die Ziehphase, um feine Luftbläschen einzuarbeiten.
- Gehe direkt in die Rollphase über, indem du das Kännchen minimal anhebst, damit die Milch rotiert und eine homogene, glänzende Mikroschaum-Textur entsteht. Sobald das Kännchen handwarm bis maximal 65 °C heiß ist, stoppst du den Dampf.
- Reinige die Dampflanze sofort mit dem feuchten Tuch und puste sie erneut kurz aus.
- Klopfe das Kännchen einmal sanft auf die Arbeitsplatte und schwenke es, damit sich flüssige Milch und Schaum perfekt verbinden.
Mehr Tipps findest du in unserer Anleitung zum Milchschäumen.
Schritt 3: Milch und Espresso im Verhältnis 1:2 aufgießen
Wir gießen die geschäumte Milch auf den frisch bezogenen Espresso.
Jetzt führst du beide Komponenten zusammen. Das Ziel ist es, die Crema nicht komplett zu ertränken, sondern dem Kaffee eine samtige Krone zu verleihen:
- Nimm die Espressotasse leicht schräg in die Hand.
- Gieße die Milch nun zügig und kontrolliert im Verhältnis 1:2 zum Espresso ein. Bei einem einfachen Espresso (ca. 20 g) gibst du etwa 10 g geschäumte Milch hinzu; bei einem doppelten Espresso entsprechend rund 20 g.
- Durch das Gießen setzt sich der feine Milchschaum mittig auf die Crema ab und erzeugt den typischen Kontrast zwischen dunklem Kaffeerand und weißem Schaumkern.
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Woher kommt der Espresso Macchiato?
Die Entstehung des Espresso Macchiato führt direkt in die traditionsreichen Bars Italiens. In den geschäftigen Morgenstunden ging es hinter dem Tresen oft hektisch zu. Baristas standen vor der Herausforderung, den Kellnern auf einen Blick zu signalisieren, welche Tassen reinen schwarzen Espresso enthielten und welche für Gäste gedacht waren, die sich einen kleinen Tropfen Milch wünschten.
Aus dieser pragmatischen Notwendigkeit heraus begannen die Baristas, die Espressi für die Milch-Bestellungen mit einem kleinen Löffel Milchschaum zu versehen. So konnte das Servicepersonal die Tassen auf dem Tablett sofort auseinanderhalten, ohne nachfragen oder probieren zu müssen.
Woher hat der Espresso Macchiato seinen Namen?
Das Wort Macchiato ist das italienische Partizip für „befleckt“ oder „markiert“ (abgeleitet vom Verb macchiare). Der Name beschreibt also ganz wörtlich das Aussehen des Getränks: Ein Espresso, der durch einen weißen Fleck aus samtigem Milchschaum markiert wurde.
Andersherum funktioniert das Prinzip übrigens beim Latte Macchiato: Hier ist es die warme Milch, die durch das Hineingießen des dunklen Espressos mit einem Kaffeefleck „markiert“ wird.
Trinkst du deinen Espresso Macchiato lieber als Single oder als Double Shot – und welche Bohnen nutzt du am liebsten dafür? Schreib es uns gerne in die Kommentare!









